E10 "Teachers"
Shownotes
Leonard Cohens Sinnsuche ist oft Thema seiner Songs. In "Teachers" äußert er in jungen Jahren seinen Missmut über fehlende Antworten. Teachers ist aber noch viel mehr als das. Das Stück öffnet auf wunderbare Weise Türen in die eigene Vergangenheit.
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00:00:00: Ihr hört Staffel eins zum Album The Songs of Leonard Cohen mit zehn Episoden zu zehn Songs.
00:00:10: Hallo Christoph!
00:00:12: Hallo Rolf,
00:00:14: da sind wir wieder bei unserem ultimativen Leonard Cohen Podcast immer noch auf der zweiten Seite des Albums the Songs Of Leonard Cohen unserer ersten Staffel.
00:00:31: Marian, hey that's no way to say goodbye.
00:00:34: Stories of the street.
00:00:37: und jetzt kommt ein dunkles Machwerk aus Leonard Cones Gesamtwerk eins der dunkelsten wie ich finde.
00:00:49: später natürlich mit dem Album Songs Of Love and Hate werden wir da noch ein paar erleben.
00:00:56: Der Song heißt Teachers.
00:01:01: Ich bin gespannt, was du zu diesem Song erzählen kannst.
00:01:06: Naja zunächst einmal ist Teachers der dritte Song auf dem Album Songs of Planet Kuhn, der auf einem Gedicht basiert und so wie es auch in der dritten Strophe des Songs heißt I met a man who lost his mind In some lost place i had to find Und das sind solche Zeilen, die Kohn tatsächlich bereits in einem Gedicht, dass da auch in der Tat hieß I met a woman long ago schon aus den Texten von Flowers for Hitler.
00:01:46: Blumen für Hitlers aus dem Jahr n.a.
00:01:47: ist stammt.
00:01:49: Also auch wieder ein Hinweis dafür, dass er für dieses erste Album sehr viel früherer Texte, sehr viel Texte früherer Zeit verwendet hat um daraus Songs zu machen.
00:02:00: Darüber hinaus ist das Teachers auch eines der Lieder, die nur auf einem Album nämlich nur auf The Songs of Leonard Cohen erschienen ist.
00:02:10: Und auch wie ich meine live kaum oder wenn überhaupt nicht von ihm gespielt worden ist.
00:02:18: aber und dass es eine schöne Anekdote.
00:02:21: wir haben ja über was ist das auf Mercy schon gesprochen?
00:02:24: Und auch über diese Godrock Band von Andrew Eldridge.
00:02:28: Der hat in der Tat Teachers schon live auf die Bühne gebracht.
00:02:34: Aber natürlich auch nicht auf Platte, sondern nur bei einigen Konzerten Anfang der Achtzigerjahren.
00:02:41: Genau gesagt ist I met a woman long ago aus dem Buch Parasites of Heaven und das Hauptbild ... Hat auch schon mal ... Ich weiß nicht, ob du dich noch an das Buch erinnerst von Dormin and Rollins.
00:02:57: Die haben mal in der Umni-Press ein erstes sogenanntes biografisches Werk mit dem Titel Prophet of the Heart geschrieben und das ist von Coen nicht autorisiert worden und die haben da auch teilweise ein paar interessante Gedanken geäußert.
00:03:18: Und die haben dann zum Beispiel geschrieben, es geht hier um diese sogenannten Pseudogurus.
00:03:22: Die sich alles herausnehmen, alles verneinen andere Leben stören und ruinieren und haben diesen Songteachers tatsächlich ein bisschen verklärt.
00:03:34: Ja das denke ich auch da.
00:03:39: Ich persönlich empfinde nämlich auch wirklich ganz anders, wenn ich Teachers höre.
00:03:44: Es ist tatsächlich so was das auch da wieder was der Song mit mir macht.
00:03:49: Auch da habe ich so das Gefühl es ist ein sehr persönlicher Text.
00:03:54: also er zeigt die Sinnsuche von Leonard Cohen sehr gut.
00:03:59: für mich Also gerade Diese Interpretation, die du gerade erzählt hast ist so gar nicht meins.
00:04:09: Für mich ist es wirklich dieses ewige Suchen aber immer wieder dieses Enttäuschtwerden zu sagen ich habe Lehrer was gibst Du mir und es passiert aber nichts.
00:04:23: also er kann vielleicht eine Parallele mal wieder zu einem anderen Song bauen für mich den ich ähnlich empfinde und das ist ein Song von Reason Songs, nämlich I Came So Far For Beauty.
00:04:36: Wo er auch davon erzählt wie er auf der Suche ist um das Schöne davon zu überzeugen zu ihm zu kommen und er auch resigniert dass es nicht funktioniert.
00:04:46: und auch da bei Teachers habe ich so das Gefühl Ja, du sprichst ja immer von seinen Sehen-Buddhismussachen und allen möglichen Lehrer, die er in seinem Leben hatte.
00:05:01: Und er fragt sich... Er ist so ein wenig enttäuscht darüber, dass er nicht das bekommt was er gerne hätte.
00:05:10: also er ist weiter.
00:05:11: Er war einfach dieser Ewigsinnsuchende und den, das höre ich da ganz stark raus aus diesem Text.
00:05:18: Für mich ist das, wie du sagst so ein wandelnder Katischismus der hier in dem Song stattfindet.
00:05:27: Der Sprecher der Erzähler Kohn bittet immer wieder um Führung eine linke und rechte Grenze in Sachen Liebe, Bedeutung und Kunst und versucht Antworten zu finden was er ja letztendlich sein ganzes Leben lang gemacht hat.
00:05:45: Ich gehe davon aus, dass das auch die Antriebskraft seines grundsätzlichen Schreiben zwar hatte fragen, suchte nach Antworten und es waren kaum welche da, die ihm Antworten geben konnten bis auf Literatur, bis auf Philosophie bis auf Zen-Budismus also immer wenn man seine Biografie verfolgt.
00:06:09: Er ist immer bei den Menschen ein bisschen länger hängen geblieben, bei manchen sehr lange über Jahrzehnte die ihm in irgendeiner Art und Weise etwas gegeben haben und wenn es nur Ruhe war oder in unserem Podcast eine Freundlichkeit, Höflichkeit.
00:06:28: also er hat irgendwie eine gewisse Balance gesucht und hat die halt eben in seinem Innern nicht gefunden.
00:06:34: Und war froh, wenn irgendjemand Gedanken, eine Theorie, eine Musik gegeben hat, die ihn letztendlich in diesem Balance-Zustand, den er immer wieder gesucht hat gebracht hat.
00:06:52: Ja!
00:06:53: Und dieser Song wie Teachers behandelt halt eben In der Tat die Suche nach Lehrern vielleicht auch das Finden von Lehrern und auch die Enttäuschung über Lehrer.
00:07:06: Ich denke da auch an so manchen Lehrer, den ich hatte der diesen Begriff Lehrer tatsächlich nicht verdient.
00:07:15: Und diese Erfahrungen machen wir glaube ich alle.
00:07:17: Das meine ich auch.
00:07:18: ja
00:07:19: Da draußen laufen sehr viele Lehrer und Lehrende herum, die meines Erachtens nach nicht wirklich was leeren Manchmal vielleicht auch nur die Lehre an sich mit zwei E.
00:07:32: Natürlich kommt bei dem Song noch mit dazu, dass er auch wieder musikalisch lebt von dieser mittlerweile eben wenn man das Album jetzt schon so weit gehört hat sehr typischen Dremmolo-Gitarre der da spielt.
00:07:47: aber für mich kommt dann noch ich weiß nicht das so eine Art Slight-Gitare noch mit dabei die den ganzen zu einem Westerncharakter aufdrückt.
00:07:57: Das ist wirklich auch ganz, ganz toll.
00:08:00: Und ich sehe da sofort diese Strohballner, diese Runden durchs Bildrollen mit so einem Wind dazu und das hat sowas von Einsamkeit und das drückt der Song natürlich auch wirklich aus.
00:08:20: Aber eins muss ich jetzt noch im Nachgang sagen vielleicht ... Der ein oder andere wird sich denken, hey der ist doch auch Dozent und er zählt da so über Lehrer.
00:08:29: Aber ich sage jetzt mal die Erfahrung mit Lehrern mit zwei E haben mich eigentlich dazu gebracht wenn ich einen solchen Shop ausübe genau das nicht zu sein und nicht sein zu wollen Und das ist für mich immer eine Intention gewesen bloß nicht zu werden wie den einen oder anderen schlechteren Lehrer, den ich in Erinnerung habe.
00:08:55: Aber ich hab auch sehr gute Erinnerungen an zwei sehr gute Lehrer die mich eigentlich in der erinnerung mein ganzes Leben lang begleiten.
00:09:02: Ich sag jetzt den Namen nicht aber Die waren für mich tatsächlich vorbilder.
00:09:08: also wenn auch nur einer Gut war unter den vielen lehrern die wir mal hatten ist das schon wertvoll
00:09:15: auf alle fälle.
00:09:16: Das kann ich so unterstreichen, weil mir ging's da ähnlich.
00:09:19: Ich hatte unheimlich viele Lehrer an die möchte ich nicht mehr zurückdenken aber es war eben dieser eine dabei, an dem man immer wieder denkt und das kann ich unterstreichen.
00:09:31: auch das ist tatsächlich so.
00:09:32: ein Gefühl dass man kriegt wenn man teachers hört
00:09:37: sehe ich auch so Und ich glaube, Kohn hat ja ... haben wir schon mal gesagt.
00:09:43: Sein Vater recht früh verloren mit neun Jahren und hatte so eine, ich sag's mal, Orientierungsfigur, so eine Orientierung an sich einfach dann verloren gehabt.
00:09:56: Vielleicht ist man auch aus dieser Situation heraus immer auf der Suche nach einer neuen Orientierung, nach irgendetwas was einem in Schmerz, Trauer, Einsamkeit, Orientierung Versucht zu helfen.
00:10:10: Ja und vielleicht kann ich noch eine Geschichte erzählen, und vielleicht hört er ja mit Wir haben einen einen treuen Zuschauer bei unseren Konzerten ein ganz junger Typ der also beim ersten konzert war Noch gesagt hat dass er eigentlich so heavy metal Und rock und es soweit macht aber gerade lennard kohn für sich entdeckt hat Und ganz begeistert war und mich ausgefragt hat, wie ich denn die Gitarren spiele.
00:10:40: Und dann irgendwann sagte er
00:10:43: das
00:10:43: tollste Stück für ihn ist Teachers!
00:10:47: Das fand ich wirklich ganz toll.
00:10:48: Das freut mich und erinnert mich jetzt wiederum an die Gothic Rock Band Sisters of Mercy, die sich ja auch gerade diesen Song herausgeholt haben oder herausgesucht haben.
00:11:00: Und das ist auch das was für mich dann so abschließend diesen Song ausmacht.
00:11:06: Irgendwie sind die einzelnen Strophen dieses Liedes so ein Art Ausdruck einer privaten Religion eines Lennartkohne.
00:11:17: Und der dann einfach sagt, eigentlich sind es so viele Lehrer-Teachers, die etwas anbieten aber manchmal auch etwas an bieten was gar nicht gewünscht ist und nicht dem entspricht was die Also die Schülerinnen, die quasi dem ganzen Zuhören sich eigentlich in so einer Diskrepanz befinden.
00:11:40: Weil sie daran nicht das finden was sie eigentlich möchten.
00:11:43: und der Sinn des Ganzen könnte darin liegen dass man in den Songteachers quasi so das Ablegen des Egos von Leonard Cohen das Ablegen des Ichs von Lennart Kohn erkennen kann.
00:12:03: Aber da wären wir wieder im Bereich der Interpretationen, in denen ich nicht so gerne reingehe.
00:12:08: Ich bin mehr so der Dokumentative und lese gern im Text irgendetwas heraus, von dem ich weiß es hat was mit Lennert Kohnes Leben zu tun weil ich danach recherchiert habe oder auch selbst Interviews mit ihm geführt hab.
00:12:23: Das ist das, was mich viel mehr interessiert als jetzt eine weitere Interpretation unter vielen dann noch mit abzugeben.
00:12:33: Aber es ist eigentlich auch schön sich vielleicht oder einfach da den einen oder anderen Gedanken so als Teaser mitzugeben und ein anderer macht aus diesem Gedanken wiederum etwas anderes.
00:12:45: Und das ist das ,was ich bei Teachers so schön finde.
00:12:49: man bekommt etwas und löst sich eigentlich von dem Ego desjenigen, der uns das Angebot gemacht hat.
00:12:57: Klingt ein bisschen kompakt aber so sehe ich die Dinge!
00:13:04: Ja... Ich persönlich für mich ist es ja auch sowohl Interpretationen sind nur dann wirklich verkehrt wenn sie von sich behaupten Sie wären Fakt sondern ich denke Das Schöne ist ja, dass so ein Song wie Teachers mit jedem irgendetwas macht.
00:13:29: Wie alle Songs von Leonard Cohen.
00:13:31: bei teachers ist es aber für mich jetzt auch ganz ausgeprägt.
00:13:34: Es tut etwas mit einem.
00:13:36: man hat bestimmte Bilder im Kopf und Man wird an einer ganzen bestimmten stelle im körper angesprochen und das zu erklären und zu artikulieren.
00:13:47: Das ist toll!
00:13:48: Und ich glaube, dass ist auch das was Leonard Cohen wahrscheinlich am liebsten hatte wenn das bei menschen passiert.
00:13:56: Dass niemand erklärt was er jetzt da gerade tut sondern einfach
00:14:01: etwas spürt.
00:14:02: Ich glaube das ist eigentlich auch das, was wir zwei hier machen.
00:14:09: noch nicht wirklich eindeutig kommuniziert.
00:14:14: Aber ich glaube, wir sehen das auch so.
00:14:16: Wir lassen die Worte und die Musik von Lennart Kohn – wie ihm das schon mal gesagt haben, wie ein Maler auf eine Leinwand malt – auf uns wirken.
00:14:26: Und was dabei rauskommt, tun wir jetzt bei uns im Gespräch gegenseitig um die Ohren werfen und andere hören zu und denken sich ... Ja, kann man so sehen.
00:14:42: Muss man nicht so sehen aber ist mal vielleicht interessant darüber nachzudenken und es entstehen damit wieder neue Bilder über das Leben und Werk und Wort von Lennart Kohn.
00:14:56: Und genau das ist ja das worum es eigentlich auch geht.
00:14:59: Ich kann dazu nur sagen einer von uns beiden ist dann immer richtig oder kann nicht falsch liegen.
00:15:06: Das ist nämlich auch der nächste Song.
00:15:10: In der nächsten Folge, das war jetzt eine Wahnsinn-Gewerleitung!
00:15:14: Perfekt!
00:15:14: Ich bin ganz stolz auf mich unglaublich.
00:15:18: One of Us Cannot Be Wrong.
00:15:20: Das ist das Abschlussstück des Albums und somit auch das Abschlussstück unserer ersten Staffel.
00:15:28: Und dazu kommen wir das nächste Mal... ich liebe diesen Song.
00:15:34: den haben wir auch im Programm.
00:15:37: Ich finde es kann kaum ein besseres Stück geben, dass sein Album abschließt als Monofas Cannot Be Wrong.
00:15:44: Kann ich dir noch zustimmen?
00:15:45: Dann würde ich sagen wie immer bleibt uns wohl gesonnen vor allem aber bleibt freundlich und auch wir beide sagen jetzt
00:15:57: be kind!
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